Veit Scherzer (Hrsg.)
„Ja, selbst der Wunsch war öfter da, endlich zu fallen, um Ruhe zu haben…“
Die Erlebnisse eines Infanterieoffiziers 1940–1945
Dieses im Original veröffentlichte Tagebuch eines Reserveoffiziers ist besonders deswegen so interessant, weil in anderen zeitgenössischen Tagebüchern von Frontsoldaten meist nur die „wichtigen“ Erlebnisse geschildert werden, also die Kampfeinsätze, und die Zeiten dazwischen oft gar nicht, oder zusammenfassend in einem Satz erwähnt sind, wie z.B. „Auffrischung in Frankreich, 15.1.–30.6.1942“ usw.
Durch dieses Tagebuch wird ersichtlich, wie es wirklich war, nämlich daß die reinen „Einsatz“- oder „Kampfzeiten“ nur einen geringen Teil der Zeit der Soldaten beanspruchten, diese aber dafür extrem intensiv waren. Es ist genau umgedreht, wie man denkt, wie es war, wenn man die überreich vorhandene betreffende Literatur liest. Die wirklich gefährliche Zeit ist, wenn man sich die Existenz eines Verbandes auf einem Zeitstrahl vorstellt – z.B. 1939–1945 – und die Einsatz-Zeiten darauf einträgt, sehr gering. Diese Aussage betrifft jetzt die kämpfende Truppe. Bei der nicht-kämpfenden Truppe waren die im Krieg durchlebten gefährlichen Zeitspannen natürlich noch wesentlich niedriger.
Ein wirklich sehr lesenswertes Buch.
ca. 250 Seiten, Format 17x24, reich illustriert
ISBN 978-3-938845-97-4